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Radka Denemarková erhält den MAGNESIA LITERA Preis für das Buch des Jahres 2019.

Radka Denemarková, Hodiny z olova

Das Buch des Jahres 2019 ist der vielschichtige Roman »Hodiny z olova« (auf Deutsch etwa „Stunden aus Blei“) von Radka Denemarková. Die Schriftstellerin kritisiert darin die europäische Gesellschaft für ihr Wohlwollen gegenüber dem Regime in China:

„Wir bewundern die Volksrepublik, weil da wirtschaftlich alles wunderbar funktioniert. Aber niemand möchte sehen, dass sich dort das Schlimmste von Kapitalismus und Kommunismus vereint hat. Dieses Thema habe ich künstlerisch verarbeitet.“

Denemarková hat sich ihre Inspiration bei ihren vielen Besuchen in China geholt. Wegen ihrer Kritik haben sie die Behörden in Peking mittlerweile mit einem Einreiseverbot belegt:

„Das war harte Arbeit, fünf Jahre lang habe ich an dem Buch gesessen. Das Leben bringt mir die Themen, die ich dann mit meinen Romanen durchleuchten möchte. In diesen fünf Jahren war ich gelähmt beziehungsweise schockiert. Ich meinte, dass wir alle Themen vergessen könnten, die ich eigentlich hasse. Aber nun ist alles da: Rassismus, Antisemitismus, Sexismus.“

In ihrem Roman zeichnet Denemarková ein schonungsloses Bild des kommunistischen Regimes in China, erzählt aber auch von den Krisen in der europäischen Gesellschaft und der Suche nach dem Sinn des Lebens:

„Das ist mein Lebenswerk. Ich habe da alles gegeben, so als ob ich das letzte Buch meines Lebens geschrieben hätte. Mit dem Roman wollte ich auch zeigen, dass wir Teil einer globalisierten Welt sind. Es ist nicht so, wie die Nationalisten in Tschechien, Polen, Slowakei, Russland meinen. Die sagen ja, wir seien die Besten. Nein, wir sind verbunden, wir sind Teil einer Menschheit.“

Radka Denemarková hat den Magnesia Litera Preis bereits für die Kategorien Prosa (2006), Sachbuch (2008), sowie für Übersetzung (Herta Müller) 2011 gewonnen. Sie gilt als eine der bedeutendsten literarischen Stimmen Tschechiens der Gegegenwart.

(www.magnesia-litera.cz)

HODINY Z OLOVA ist bei Host, Brno erschienen (2018). Alle Übersetzungsrechte sind frei.